Heute erkundeten wir die Lahn etwas weiter oberhalb als üblich. Der älteste und längste noch befahrbare Schiffstunnel lockte uns nach Weilburg. Beim Schwimmbad luden wir die Boote ab und parkten das Auto anschließend am Bahnhof. Wir schmückten uns und unsere Boote mit Knick-Lichtern und paddelten kurz nach dem Start in den dunklen Tunnel. Ein tolles Erlebnis! Das erste Schleusentor der Doppelschleuse hinter dem Tunnel öffnete sich dann auch schon und wir erblickten wieder Tageslicht (bzw. ziemlich starke Sonne). Auf dem heutigen Lahn-Abschnitt gibt es keine Schleusenwärter, sondern die Paddler müssen selber schleusen (d.h. Schotts auf- und zukurbeln und die Tore mit einem großen Hebel auf- und zumachen). Bei der Doppelschleuse gab sich eine Junge redlich Mühe, aber es brauchte doch etwas Unterstützung von unten, wie das genau funktioniert. Am Ende gab es natürlich trotzdem Applaus. Mit wenigen Paddel-Schlägen ließen wir das Getümmel der Touri-Boote hinter uns und genossen wieder Ruhe und die schöne Landschaft.  Wir konnten mehrere Eisvögel beobachten, Libellen und Schmetterlinge tanzten auf den Seerosen. Bei den nächsten zwei Schleusen hatten wir wieder Glück, dass bereits jemand die Schleuse bediente und konnten in den Booten sitzen bleiben. Etwas Regen kam auch zwischendurch von oben,  was zu einem munteren Regenjacke an/Regenjacke aus führte. Ganz tapfere Paddlerinnen verzichteten aber konsequent auf die Regenjacke. Nach 15 Kilometern erreichten wir den Biergarten in Aumenau (Piratenlager) zum Glück bei strahlendem Sonnenschein.  Nach einer kleinen Pause hatten wir alle noch Lust zu paddeln und entschieden uns, die Tour noch bis Runkel zu verlängern (+10 Kilometer). Auf dem letzten Stück gab es sogar teilweise leichte Stromschnellen (eher ungewöhnlich für die Lahn). Wir paddelten an der Marmorbrücke in Villmar vorbei und erreichten die letzte Schleuse des Tages. Leider war diesmal noch niemand da. Eigentlich müssen ja die Paddel-Anfänger kurbeln, aber ich habe mich mal fürs Team geopfert (hab auch noch nie eine Schleuse selbst bedient). Es war doch anstregender als gedacht, also nochmal Respekt an den Jungen vom Anfang, der direkt zwei Schleusen hintereinander bedient hat. Nach dem Schleusen paddelten wir noch an einem beeindruckenden Felsen vorbei und erreichten dann Runkel mit seiner schönen Burg. Die Ausstiegsstelle liegt direkt am Bahnhof. Wir verkürzten uns mit einem Eis das Warten auf den nächsten Zug und holten dann das Auto nach Runkel nach. Zeitlich war es durch die Verlängerung der Tour etwas eskaliert. Wir erreichten das Bootshaus erst gegen 20:30 Uhr (aber immerhin im Hellen). Wir ließen den Abend noch mit Pizza und Bierchen am Bootshaus ausklingen. Zu Hause fiel ich dann nach dem langen aber sehr schönen Tag direkt ins Bett.

 

Einfahrt in den Tunnel in Weilburg

 

Schiffstunnel Weilburg

 

Warten in der Doppelschleuse

 

Endlich freie Fahrt

 

Die nächste Schleuse

 

Wasser auch zwischendurch mal von oben

 

Zugbrücke

 

Super synchroner Zweier

 

Marmorbrücke in Villmar

 

Warten in der letzten Schleuse…

 

…während ich arbeiten muss

 

Felsen

 

Am Ziel in Runkel

Written by Christian Zentis

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